Indienreise 16.01.-31.01.2020

Bild: Francis Kroll

Indienfahrer zu Besuch bei Familie Gaspar in Thiruvannamalai
Eine beeindruckende Pilger- und Kulturreise erlebten 32 Gemeindemitglieder der St. Reinhildis-Gemeinde, die zunächst die Sehenswürdigkeiten der arabischen Wüstenstadt besichtigten, darunter auch die neu angelegte Palmeninsel, Altstadt, Strand und Museum, sondern auf dem Weiterflug nach Delhi dort die stark ausgeprägten Unterschiede zwischen Arm und Reich hautnah miterlebten. Die prächtigen Hindutempel aus vergangenen Jahrhunderten und die pulsierenden Städte mit ihren zahlreichen „TukTuks“, gelbe dreirädrige Kleinstfahrzeuge, die „heiligen Kühe“, die sich seelenruhig auf den Straßen bewegten und somit den immensen Verkehr immer wieder unterbrachen, waren für die europäischen Besucher gewöhnungsbedürftig. Wüstenrallye, Rikschafahrt in der Altstadt von Delhi, Besuch des Grabmals Taj Mahal bei Agra und der Elefantenritt zum Fort Amber bei Jaipur, waren  sehenswerte Ziele und gehören teilweise auch zum Weltkulturerbe. Reiseleiter Suni erklärte als Hindu-Mitglied immer wieder den Hindu-Glauben des Krishan, der als Elefantenmensch in den zahlreichen Tempeln dargestellt wird. 85 Prozent der Inder sind Hindus und in den größeren Städten leben Millionen von Menschen, die mit Inbrunst ihren Glauben leben. Von Jaipur aus flog die Gruppe in den Süden nach Bangalore, wo der Besuch des riesigen Botanischen Gartens Lalbagh mit ihren Jahrtausende alten Bäumen und exotischen Blumen Erholung war. Bei den hochsommerlichen Temperaturen von mehr als 30 Grad wurde die Natur verwöhnt. Goldener Prunk in den Hindu-Tempeln, Besichtigung der Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale in Vellore, in der Pastor Peter Gaspar vor 13 Jahren von seinem Heimatbischof zum Priester geweiht wurde und mit den Gästen aus Hörstel eine heilige Messe feierte, gehörten zum Reiseprogramm. Höhepunkt war jedoch der Besuch seiner Familie in Thiruvannamalai, einem10.000-Seelendorf abseits der pulsierenden Städte in einer wunderschönen Hügellandschaft. Hier wurden die Gäste aus Deutschland mit bewundernswerter Herzlichkeit empfangen. Die ganze Familie war versammelt, außer ein Bruder, der in Amerika als Ordensgeistlicher wirkt. Das erst vor 15 Jahren erbaute hübsche Haus war für die Gäste eigens so hergerichtet worden, dass alle im Hause Platz fanden. Sandmalereien als Begrüßungsornamente vor dem Haus und leckere Mittagessen an zwei Tagen zeugten von der Freude, die die Familie hatte, deutsche Gäste aus dem Wirkungsort ihres Sohnes und Bruders bei sich zu haben. Bescheiden und gütig wirkten die Eltern, die ihren zehn Kinder, darunter fünf Priester, ihren katholischen Glauben vorlebten. Zusätzlich erhielten alle Besucher ein traditionelles Tuch als Gastgeschenk. In ihrem kleinen Garten wuchsen bei den heißen Temperaturen Bananenbaum, Kokospalme und Gemüse, auch einige Hühner gehörten zur Selbstversorgung. Am Nachmittag besuchte die Gruppe den größten Tempel in der Region. Am nächsten Morgen wurde die Gruppe beim Besuch der örtlichen Gesamtschule überrascht. Einer seiner Brüder ist dort als Lehrer angestellt, 650 Schülerinnen und Schüler in ihren bunten Uniformen bildeten Spalier und hatten ein Showprogramm vorbereitet, das schon profihaft war. Tanzeinlagen der Mädchen aus verschiedenen Klassen, akrobatische Pyramidenformationen der Jungen und synchronische Bewegungen zu Trommelrhythmen von mehr als hundert Schülerinnen und Schüler faszinierten. Da es der Schule für die Renovierung der Sanitäranlagen finanziell  noch an Geld fehlt, versprachen die Gäste, zu Hause Geld dafür zu sammeln. Anschließend besuchte die Gruppe die Carmel-Kapelle auf dem Hügel, die über rund 600 Stufen vorbei an Kreuzwegstationen zu erreichen war. Von hier aus hatte man einen herrlichen Blick auf den Ort und die Landschaft. Am Nachmittag feierten alle mit Pastor Peter Gaspar, seinem geistlichen Bruder und dem Ortspfarrer eine feierliche heilige Messe in der Pfarrkirche, Wie Pastor Peter Gaspar berichtete, stammen aus seiner Heimatgemeinde insgesamt 54 Priester und 42 Nonnen. Da der Apostel Thomas im Jahre 52 n. Chr. in Indien missionierte, besuchte die Gruppe auch das Grab dieses Heiligen in der Stadt Chennai, von wo aus die Hörsteler auch am Freitag ihren Flug in die Heimat antraten.      Text und Foto: Francis Kroll